Verdi-Oper „Aida“ für Bregenzer Festspiele größter Erfolg seit Bestehen
21. Juli 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BREGENZ, EVENT, MUSIK, PROMIS, REKORDE, TECHNIK, THEATER, TOURISMUS, ÖSTERREICHAuf weltgrößter Seebühne im Bodensee Schuhgröße 2400 und Fragmente der New Yorker Freiheitsstatue –
Regisseur Vick hat Liebesdrama vom Nil in Zeitgeist von Nationalismus und Feindeshass gesetzt
BREGENZ. fsf / Zwei gepunktete blaue Füße in Schuhgröße 2400, gut 15 Meter lang, sind der Mittelpunkt der Verdi-Oper „Aida“ der Bregenzer Festspiele der Saison 2009 / 2010. Aus dem scheinbaren Nichts wächst eine haushohe Fackel und schiebt der 68 Meter hohe Kran zwei Gesichtshälften mit einer Zackenkrone zusammen. Der Bühnenbilder Paul Brown hat die Fragmente der Freiheitsstatue von New York entliehen, wobei es auf der weltgrößten Seebühne in der populären Verdi-Oper „Aida“ um den ewigen Kreislauf von Wiederaufbau und Zerstörung steht. Es geht um eine tragische Liebegeschichte zwischen dem ägyptischen Feldherrn Radames und der Prinzessin Aida aus dem verfeindeten Äthiopien. Der Regisseur Graham Vick hat das Stück auf den heutigen Zeitgeist adaptiert. Es ist für ihn eine moderne Parabel über Nationalismus und Feindeshass, die zeigt, dass es im Krieg nur Verlierer geben kann. Die Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi, 1871 erstmals in Kairo aufgeführt, ist der Top-Klassiker und gehört weltweit zu meist gespielten und gesungenen Stücken. Für die Bregenzer Festspiele ist die Oper seit Bestehen 1946 mit 201.258 Besuchern im Jahr 2009 mit einer Auslastung von 99 Prozent der bis dato größte Erfolg. Im Juli dieses Jahres wird die Oper „Aida“ acht mal auf der Seebühne gespielt und im August 18 mal. Auf der Tribüne haben 7000 Besucher Platz.
Der Erfolg der Bregenzer Festspiele beginnt ein Jahr nach Kriegsende 1946 auf zwei Kieskähnen im Bodensee am heutigen Standort. Gespielt wurde Mozarts Jugendwerk „Bastien et Bastienne“. Ein Spiel auf dem Wasser wobei die Stadt noch nicht einmal ein eigenes
Theater hatte. Bereits im ersten Jahr machten Besucher aus Ös- terreich, Deutschland, Schweiz und sogar Frankreich das Fes- tival zum internationalen Ereig- nis. Dabei bis heute die Wiener Symphoniker. 1985 änderten die Bregenzer Festspiele mit der „Zauberflöte„ von Wolfgang Ama- deus Mozart mit Regie von Jero- me Savary den Spielplan auf zwei Jahre. Hier aufgrund der steigenden Besucherzahlen so- wie hohen Kosten von Insze- nierung bis Bühne. Den Tosca-Thriller von Giacomo Puccini mit Spiel 2007 / 2008 mit einem 300 Tonnen Augen-aufschlag besuchten 140.128 Besucher. Die beste Werbung war hierbei James Bond Daniel Craig mit „Ein Quantum Trost“ der Verbrecher durch die Iris des Bühnenbildes der Bregenzer Festspiele von Größe 50 mal 25 Metern verfolgte. Zugleich war die Seebühne bei der Fußball-EM 2008 das 9.Stadion mit Direktübertragung von Stars und VIP’ s.
Der Bühnenbildner Paul Brown hat die Wüstenoper „Aida“ an den Bodensee verlegt, wobei er diesen als grandiose Kulisse nutzt. Ein Kran hebt ein Leichenpaar neben der Bundeslande und Treppe aus dem Wasser, ein Ballett tanzt auf der Plattform und König Radames kommt auf einem einen goldenen Elefanten auf einem Lastkahn geritten. Im letzten Bühnenakt schließlich hebt das Totenboot am Kran mit Aida und Radames aus dem Bodensee in luftige Höhen ins Jenseits ab.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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