„Vergissmeinnicht“ – „Pro Integration“ eröffnet Café auf der Insel Mainau
19. Mai 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, INSEL MAINAU, KONSTANZ, NATUR, PROMIS, SOZIALES, TOURISMUS1989 gegründeter Verein wird durch die „Lennart-Bernadotte-Stiftung“ gefördert –
Sozialpädagogin Gräfin Sandra ist seit vier Jahren Schirmherrin
MAINAU. red. / Am 1. Juni 2010 wird auf der Insel Mainau ein neues Café eröffnet. „Vergissmeinnicht“ wird von lernschwachen Jugendlichen betrieben, die im Fachbereich Pro Integration des gemeinnützigen Vereins „Gärtnern für Alle“ auf der Insel Mainau eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme durchlaufen. „Mit dem Café soll nicht in erster Linie das Angebot der Inselgastronomie erweitert werden, für die Jugendlichen stellt es vielmehr eine neue Herausforderung dar“, erklärt Gräfin Sandra Bernadotte, Vorsitzende des Vereins. „Neben Erfahrungen im gärtnerischen Bereich im Mainau-Park sollen nun die Jugendlichen in ihrem eigenen Café auch den Umgang mit Gästen lernen, ihre mathematischen Fähigkeiten ausbauen, Selbstvertrauen gewinnen und lernen im Team zu arbeiten.“ Für die ausgebildete Sozialpädagogin geht mit der Eröffnung des Cafés ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Bereits als Gräfin Sandra 2006 ihre Tätigkeit bei Gärtnern für Alle e.V. begann, erkannte sie das Potenzial eines Café-Betriebs als Praxis-Lernort für die Teilnehmer von Pro Integration. Aus dem Gedanken entstanden Planungen und schließlich die Umsetzung im Frühjahr dieses Jahres.
Das Café „Vergissmeinnicht“ wird im bereits vorhandenen Gebäude von Gärtnern für Alle e.V. neben dem Schmetterlingshaus eingerichtet. Eine kleine Terrasse mit Gartenlounge lädt zum Genießen und Entspannen ein, wobei der Blick über den „Garten für Alle“ schweift, ein Garten mit u.a. Hochbeeten für Rollstuhlfahrer-gerechtes Gärtnern und Beschilderung in Blindenschrift. Die Teilnehmer des Projekts 2009/2010 haben mitgeholfen, rustikale Tische aus Mainau-Holz zu fertigen. Diese dienen morgens als Unterrichtstische im Innenbereich, wo mittags Gäste Platz nehmen und von den Teilnehmern verköstigt werden. Wer jetzt an einen klassischen Unterrichtsraum aus Schulzeiten denkt liegt falsch. Funktional einerseits, versprüht er auch ein angenehmes Flair, mit warmen Farben und natürlichen Dekorations-Elementen. Ein Schwedenofen mit beheizter Bank lädt zum Ausruhen ein und sorgt für Wohlfühlatmosphäre. Eine Bordüre an der Wand informiert über den Verein „Gärtnern für Alle“ und seine Aktivitäten.
Zu kosten gibt es im neuen Café, das als Selbstbedienungsbetrieb geführt wird, so weit als möglich, Selbsterzeugtes. So sind im eigenen Garten angepflanzte Tees oder Kräuter ebenso auf der Karte zu finden wie selbstangesetzter Holundersirup. Die Jugendlichen sind somit in alle Stufen, von der Produktion bis zum Verkauf, aktiv eingebunden. „Neben Frischkäsebrot mit Kräutern gibt es auch Kuchen sowie Kaffeespezialitäten, Bodenseewasser und Erfrischungsgetränke wie das regionale „Seezüngle“ oder Mainau-Apfelsaft“, erzählt Teilnehmerin Kerstin Beirer, die bei ihrer neuen Tätigkeit im Café noch etwas aufgeregt aber umso motivierter ist.
Zur Verwirklichung des Traums „Café Vergissmeinnicht“ haben neben den Jugendlichen und vielen fleißigen Helfern auch Sponsoren aus der Region und der Gastronomiebranche, Spenden von Organisationen und Aktionen sowie Spenden als Hochzeitsgeschenk an Gräfin Sandra und Graf Björn Bernadotte beigetragen. Allen Unterstützern gilt der herzliche Dank insbesondere der Teilnehmer von Pro Integration.
Gärtnern für Alle e.V.
Der 1989 gegründete Verein ist eine der fünf Institutionen, deren Förderung die Stiftungsziele der gemeinnützigen Lennart-Bernadotte-Stiftung bilden. Im Fachbereich Pro Integration werden in einer 11-monatigen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme sieben bis zehn junge Menschen durch ein Team aus Sozialpädagogen, Gärtnern und fachkompetenten Mitarbeitern auf ihrem Weg ins Berufsleben gefördert und unterstützt. Die Maßnahme beinhaltet sowohl Theorie als auch Praxis. Neben Schulfächern wie Mathematik, Deutsch, Landes- und Gemeinschaftskunde erhalten sie auch eine gezielte sozialpädagogische Förderung. Diese ist auf jeden Einzelnen individuell ausgerichtet und dient vor allem der Persönlichkeitsentwicklung. Die praktischen gärtnerischen Tätigkeiten und die Arbeit im Café „Vergissmeinnicht“ führen die Teilnehmer an ein geregeltes Berufsleben heran. Im Laufe der 11 Monate absolvieren die Teilnehmer zudem Praktika in den unterschiedlichsten Einrichtungen und Unternehmen, je nach Berufswunsch. Ziel ist es am Ende der Bildungsmaßnahme für und mit den Jugendlichen jeweils einen Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplatz zu finden. „Es freut mich, dass auch im letzten Jahr alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle gefunden haben“, meint Gräfin Sandra Bernadotte zum Erfolg des Projekts 2009.
Neben „Pro Integration“ gehört auch die „Grüne Schule“ dem Verein „Gärtnern für Alle“ an. Sie ist eine außerschulische Umweltbildungseinrichtung und entwickelt Gräfin Sonja Bernadottes Gedanken zu „Wege zur Naturerziehung“ weiter. Die Teilnehmer des außerschulischen Lernorts werden erlebnispädagogisch an ökologische Themen herangeführt. Anhand verschiedener Projekte wird den Kindern und Jugendlichen ein grundlegendes Verständnis für die Natur, die ökologische und soziale Umwelt sowie deren Zusammenhänge vermittelt. Das Programm ist dabei auf die aktuellen Bildungsplaninhalte ausgerichtet.
Informationen zu Pro Integration:
Tel.: 0 75 31/303 264
Fax: 0 75 31/303 265
E-Mail: pro.integration@gmx.de
Internet: www.gaertnern-fuer-alle.de
Zweckgebundene Spenden an Lennart-Bernadotte-Stiftung:
KtoNr.: 214 562 103
BLZ 692 910 00 Volksbank e.G. Konstanz
Spendenbescheinigungen können ausgestellt werden
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