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Vogel hat im Fall Kampusch Staatsanwaltschaften und Medien genarrt

10. Januar 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, RECHT

Konstanzer Justiz ist gefordert psychotischen Wiederholungstäter in Haft zu setzen -

Wiener Anwälte müssen Strafantrag stellen sowie Unterlassung wegen weiterer Unterstellungen


Madonnenei -P2-031_1TENGEN / WIEN. fsf / Der leitende Grazer Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Mühlbacher, Chefermittler in Entführungsopfer Natascha Kampusch: „Der Tengener Thomas Vogel hatte keinerlei Beweise, hier von angeb- lichen Sex-Videos, Fotos bis schriftlichen Unterlagen. Es war alles eine reine Erfindung“. Über zwei Jahr hat der heute 45-jährige Wiederholungstäter Thomas Vogel, der seit März letzten Jahres teil- entmündigt ist, in Medien und Internet- portalen behauptet, er hätte Sex-Videos von Natascha Kampusch als Minderjährige sowie das Tagebuch des Täters Wolfgang Priklopil. Des weiteres unterstellte er der Mutter Birgitta Sirny an der Entführung der damals zehnjährigen Tochter für einen Pädophilenring beteiligt gewesen zu sein. Weitere Behauptungen waren: Natascha Kampusch hätte eine Liebschaften zu ihrem Entführer gehabt und mit 15. Lebensjahr das Kind von ihm in Ungarn abgetrieben. Der Tengener Thomas Vogel ist einer von drei Verfolgern der heute 21-jährigen Öster- reicherin, die acht Jahre von ihrem Peiniger im Verlies gehalten wurde. Mit Schließung der Kampusch- Akte kamen jetzt auch die Unterstellungen des offensichtlich psycho- tischen Tengener Computer-Freaks auf den Tisch. Bereits im November letzten Jahres hatte der Grazer Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Mühlbacher erklärt, dass eine mögliche Strafverfolgung Sache der Konstanzer Justiz ist, da möglicher Tatbestand von deutschem Boden ausging hier in falscher Verdächtigung, Üble Nachrede, Irreführung der Ermittlungsbehörden und anderer Delikte. Für den Chefermittler ist der Tengener Fall abgeschlossen, wobei er auf die Wiener Kanzlei Ganzger verweist, die die Interessen der Familie Kampusch wahrnimmt. Es ist deren Aufgabe mögliche Strafanträge bis Antrag auf Unterlassung zu stellen, damit die perfiden Unterstellungen in Medien sowie Internet und weitere Verhetzung aufhören. „Vogel war für uns ein Zeuge und nicht Angeklagter im Fall Natascha Kampusch“ erklärt Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Mühlbacher abschließend.

Die Karriere von Thomas Vogel, bis zur Heirat mit Namen Häring, wohnhaft in Konstanz, ist einschlägig. Im Alter von 12 Jahren kommt die Mutter mit ihrem Sohn nicht mehr zurecht und wendet sich an den Kripo-Beamten Dieter B, der später der beste Freund von Thomas Vogel sein soll und „wenn er Hilfe braucht kann er immer zu ihm kommen“. Vogel war nach eigenen Worten Leichenwäscher, wo er seinen Vater nach Jahrzehnten auf der Bahre antrifft. Krankenpfleger was bestritten wird und  dann angeblich Besuch einer Gebetsschule im schweizerischen  St. Gallen Es folgte  der Wanderguru sowie Heilsbringer mit einem großen Alukreuz  zum Millenium  durch Süddeutschland. Für den vermeintlich christlichen Trip zum Ende des Jahrtausends soll er etliche Gläubige hochkarätig abgezockt haben wissen Zeugen. Das Kreuz wird schließlich Anbetung in seinem Swinger- Club in Meersburg- Daisendorf bis es gestohlen wird. Mit einer billigen Flohmarktware als Picasso „Gitarre und Kerze“ will er mit Anmietung im Steigenberger Inselhotel Konstanz sowie zeitgleich bei Ebay an die 20 Millionen Euro machen, bis das Landeskriminalamt den Spuk nach vier Tagen ein Ende setzt.  Für die kostenträchtige Inszenierung zockt er eine gutgläubige Frau ab, die heute zerstört ist und in Armut lebt. Damit diese nicht bei der Polizei plaudert verfolgt er sie mit Morddrohungen. Im Picasso-Prozess wird Vogel wegen Betrug und Urkundenfälschung am 9. Oktober 2007 auf 15 Monate auf drei Jahre verurteilt. Der Richter: „Was für Beziehungen haben sie innerhalb der Justiz?“, wobei der Staatsanwalt warnt, „noch eine Straftat dann sitzen Sie!“. Bei Termin hat Vogel 46 Einträge- heute über 50, wobei einige Strafanzeigen auf Warteschleife sind.

Nach dem gefälschten Picasso, mit Expertise „hat einst dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß gehört“, folgt die Marien- Erscheinung auf dem Frühstücksei. Mit einer verwischten roten Stempelfarbe zu einer vermeintlichen Madonna und Kind auf dem Arm, will er an die 100.000 Euro machen. Was in Amerika mit Verkauf des VW-Golf von Papst Benedikt sowie einer Christus-Erscheinung auf einem Toast-Brot zu horrenden Summen führte, soll auch ihm möglich sein. Hierbei zockt er Ebay- Einsteller hochkarätig ab, die sich mit dem heiligen Hühnerei ordentlich Werbung versprechen.  Die Folge Polizei und Rechts- streitigkeiten vor Gericht. Nach der Offenbarung wird Thomas Vogel politisch, er sichert sich die Domains von der EX- RAF Terroristin Brigitte Mohnhaupt sowie vom Kollegen Christian Klar. Im Internet verspricht er Vergebung, ein Haus im Grünen und ruft zu Spenden auf. In der BILD- Zeitung erklärt er 400.000 Klicks auf die Domains, bis er schließlich strafrechtlich abgemahnt wird. Zu lesen ist in bundesdeutschen Medien über den Domain- Grabber, der nichts unversucht lässt sich bekannte Namen rechtswidrig zu sichern. An die Tausende will er haben.  Seine Auftritte vom falschen Picasso bis Heiligen Frühstücksei sind medienträchtig inszeniert. Die „Werte“ sind hochkarätig versichert und bewacht von einer Security mit Knarre im Schulterhalfter, wobei mit dem gepanzerten Wagen vorgefahren wird. Die Shows wiederholen sich. Er sucht Schlagzeilen.

Der Fall Kampusch scheint für Thomas Vogel geradezu prädestiniert um sich in den Medien zu profilieren. Nach der Flucht von Natascha Kampusch aus ihrem Verlies, wobei sich der Täter Wolfgang Priklopil umbringt, will er sich nach seiner Schreibe die Namens-Domain mit Endung „de“ sichern. Bei Sicherung findet er angeblich auf der „com“-Adresse Sex-Videos von Natascha Kampusch mit zwei Tätern. Er wird im Internet zum Boulevard-Fahnder und sammelt alle Veröffentlichungen deren Behauptungen er als die seinen ungefiltert weitergibt.  Über Ebay will er das angebliche Ballkleid von Natascha Kampusch anbieten, mit dessen Erlös er die Täter-Mutter Priklopil unterstützen will. Vom Internet-Auktionshaus wird er wegen Unseriösität abgewiesen. Zu seinen Kollegen werden der österreichische Ex-Richter Martin Wabl sowie ein sensationslüsternder Detektiv, die immer wieder mit neuen Verschwörungstheorien aufwarten. Für Natascha Kampusch: „Ich werde von Verrückten verfolgt“. Dabei gilt Thomas Vogel aus Tengen als der Extremste. Mit den vermeintlichen Sex-Videos von Natascha Kampusch sowie Unterlagen des Täters macht er in europäischen Medien Schlagzeilen. An die 200.000 Euro will er vom STERN haben, die ihn mit Begleitung nach Wien einladen. Das Schweizer Boulevard-Blatt „20-Minuten“ schreibt „Das Nachgeschäft mit dem Martyrium von Natascha Kampusch“. Zuviel des Wirbels mit immer neuen Unterstellungen beantragt der österreichische Kampusch- Chefermittler Dr. Thomas Mühlbacher bei dem baden-württembergischen Justizministerium im Amtshilfeverfahren eine Hausdurchsuchung sowie Beschlagnahmung bei Thomas Vogel in Tengen, wobei dieser als Zeuge und nicht als Beklagter gilt.

Mit durch Thomas Vogel aus Tengen, der mit immer neuen wirren Behauptungen im Fall Kampusch an die Öffentlichkeit gegangen ist, hat die Staatsanwaltschaft in Österreich im Jahr 2008 den Fall neu aufgerollt, der jetzt zum Abschluss gekommen ist. 9000 Arbeitsstunden hat die SOKO investiert, wobei 110 Personen, darunter 30 Zeugen, befragt wurden. Die Ermittler sind den skurrilsten und krausesten Verdächtigungen nachgegangen. Eine Anklageerhebung wird es nicht geben. Die Kosten liegen bei fast  einer Millionen Euro. Für den Wiederholungstäter Thomas Vogel aus Tengen alles „Peanuts“. Er legt seit Jahren obligatorisch den Offenbarungseid ab. Als ihn im letzten Jahr einer der vielen Abgezockten (Gesamtschaden ca. 500.000) zivilrechtlich vor dem Landgericht verklagt hat, war er drei Tage zuvor teilentmündigt mit Betreuung bei seinem guten Freund den Konstanzer Rechtsanwalt Klaus Frank, der ihn bereits beim Picasso-Prozess vertreten hat. Zum Seenachtsfest Konstanz hat Thomas Vogel aus Tengen seine Freunde auf die Motorjacht eingeladen. Er war sturzbetrunken als ihn die Wasserpolizei stellte

Bild: Fritjof Schultz-Friese




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