Warnstreik legt Fährverkehr über den Bodensee lahm
6. März 2008 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: MOBILITY, STREIK15.000 „Passagiere“, 4.100 PKW und gut 220 LKW und Busse auf der Straße –
Für 35.000 Fahrgäste bleiben die Busse der Konstanzer Stadtwerke stehen
KONSTANZ / MEERSBURG. fsf/ Seit 4,30 Uhr geht bei den Konstanzer Stadtwerken von Bussen bis Fähren nichts mehr. 200 Mitarbeiter sind im befristeten Warnstreik. Sie fordern acht Prozent mehr Lohn auf zwei Jahre, wogegen die Arbeitnehmer fünf Prozent bei 1,5 Stunden mehr Arbeit anbieten. Für den Verdi-Betriebratsvorsitzenden Johannes Niederstedt ist das Angebot „eine schlichte Provokation und Ausbeutung.
Denn bei Annahme hieß es zehn Arbeitstage mehr im Jahr bei gleichem Lohn, was eine Nullrunde beziehungsweise der Abbau von 20 Arbeitsplätzen wäre“. Am Tag befördern die Fähren Konstanz-Meersburg an die 15.000 Passagiere, 4.100 PKW und gut 220 Lastwagen und Busse. Der Streik kostet hier an die 40.000 Euro am Tag. Die 50 Busse der Stadtwerke befördern am Tag an die 35.000 Fahrgäste. Hierzu der Verdi-Betriebsvorsitzende Johannes Niederstadt: „Die Busse fahren nicht mit Gewinn, sie werden durch die Fähren subventioniert, insoweit entsteht hier durch den Streik kein Defizit“.
Ab 21 Uhr sollen die Fähren und Busse der Stadtwerke Konstanz wieder fahren. Vom Warnstreik ist der Bodensee-Katamaran Konstanz-Friedrichshafen nicht betroffen. Für die Autofahrer heißt es am heutigen Tag von Konstanz nach Meersburg um den See, gut 70 Kilometer, zu fahren. Der Verdi-Betriebsratsvorsitzende Johannes Niederstedt von den Stadtwerken Konstanz glaubt nicht an einen Kompromiss mit den Stadtwerken Konstanz. Er geht von drei Wochen Friedenspflicht und dann spontanen unbefristeten Streiks für die Fähren und Busse aus. Nach seinen Worten habe man in den letzten Jahren zu viele Zugeständnisse mit Einsparungen der Betriebe mit Absenkungs- und Spatentarifverträge gemacht, wodurch die Kollegen weniger verdient hätten. Als eklatant sieht er die Einstellungsgehälter bei den Stadtwerken Konstanz, „sie reichen für die Grundsicherung nicht mehr aus“.
Als Ersatz für den Passagierverkehr der Bodensee-Fähren pendelt am heutigen Donnerstag die „MS Reichenau“ vom Stadthafen Konstanz nach Meersburg und retour.
Bild: (C) Fritjof Schultz – Friese
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