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Weltgrößter privater Zeppelinsammler Urban zum zweiten Mal Buchautor

1. Januar 2009 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, FRIEDRICHSHAFEN, GESCHICHTE, HOBBY, MEERSBURG, TECHNIK, TOURISMUS, ZEPPELLIN MUSEUM MEERSBURG

„Zeppeline der kaiserlichen Marine 1914-1918″ ist ein Nachschlagewerk für Historiker

20 Jahre Zeppelin-Museum Meersburg mit wertvollsten Unikaten

FRIEDRICHSHAFEN.fsf / Der 57-jährige Zeppelin-Sammler Heinz Urban aus Friedrichshafen ist zum zweiten Mal zum Buchautor mit Titel „ Zeppeline – der kaiserlichen Marine 1914-1918″ geworden. Gewagt greift er den großen Luftpionier Ferdinand Graf von Zeppelin als Kriegstreiber im 1. Weltkrieg an. Unterstützung bekommt er mit Vorwort vom Zeppelin-Ur-Ur-Enkel Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin aus Biberach, der seinen Großvater mit Meinung der Engländer wiedergibt: „Ferdinand Graf Zeppelin war der erste Luftterrorist”. Im 3,5 Kilo schweren Buch, 628 Seiten mit 780 bis dato unveröffentlichten Fotos, werden die Aufzeichnungen des Zeitzeugen, des Luftschiff- Obermaats Paul Conrad wiedergegeben, der auf drei Kriegs-Zeppelinen Dienst tat. Der Zeppelin-Sammler Heinz Urban ist weltweit der größte private Zeppelin-Sammler mit über 30.000 Unikaten, von der Zeppelin-Postkarte bis Wrackteilen von Luftschiffen, Uniformen bis zur Bombenabwurfzentrale und ersten Telegraphen. In der Meersburger Oberstadt unterhält er seit 1989 ein Zeppelin-Museum, wobei es mit der Stadt Friedrichshafen immer wieder zum Streit kam wer die größte Sammlung und die Originale hat.

Der Zeppelin-Sammler Heinz Urban ist einer der skurrilsten Sammler in Deutschland, er ist unnachgiebig bis er das begehrte Stück ersteigert oder gekauft hat, wenn nötig fließen Tränen und er ist verarmt. Die Luft- schiffe, die fliegenden Zigarren, sind für ihn bis heute Faszination pur. Das erste Sammlerstück war für den 18-jährigen die Zeppelin-Postkarte „LZ 1″. Heute könnte er lässig große Museen füllen. Seine Sammlung wird auf mehrere Millionen Euro nach oben geschätzt. In „Bescheidenheit” stellt er in der Meersburger Oberstadt seit 1989 seine wohl wertvollsten Unikate aus. Dieses Jahr wird das 20-jährige Jubiläum gefeiert.

Im Jahre 2002 ist Heinz Urban mit Rudolf Kaefer zum ersten Mal zum Buchautor mit Titel „Luftschiff marsch” geworden, wobei es um die Heeres- sowie Ausbildungsluftschiffe von 1908 bis 1912 geht. In der Veröffentlichung geht es wesentlich um den Bordingenieur Conrad Müller, der sich als Motorenkonstrukteur 1909 für die Luftschifffahrt begeisterte, wobei er beim Preußischen Luft- schifferbataillon anheuerte. Hier wiesen ihn Ferdinand Graf Zeppelin sowie der Chefkonstrukteur Ludwig Dürr persönlich im Luftschiff ein. Das Buch gibt interessante bisher unveröffentlichte Details über den Grafen sowie den Chefkonstrukteur wieder. Die 256 Seiten deutsche Luftfahrtgeschichte sind mit 320 historischen technischen sowie persönlichen Aufnahmen gespickt.

Das zweite Buch von Heinz Urban, für ihn eine „Magisterarbeit”, jetzt ohne Co-Autor, ist schwer- gewichtig, es hat den Titel: „Zeppeline – der kaiserlichen Marine 1914 bis 1918″. Ähnlich seinem ersten Buch schreibt der Autor, wobei es hier um den Luftschiff Obermaat Paul Conrad geht, personifiziert. Nach seiner Ausbildung wechselt dieser zur Marineluftschifffahrt. Er wird Zeitzeuge des Luftschiff-Krieges, wobei ihn die eigentlichen Gräueltaten, der zerstörten Städte in England mit hunderten Toten verborgen bleiben. Er sieht keine verbrannten Leiber auf den Straßen oder Häusern, wenn die Zeppeline unentdeckt, durch die  Wolken geschützt, ihre tödliche Fracht abwerfen. Das Buch von Heinz Urban, mit bis dato unveröffentlichten Aufnahmen von abge- schossenen Zeppelinen, Bordmannschaften sowie Zerstörung englischer Städte zeigt die Dramatik des 1.Weltkrieges, die wesentlich durch die Zeppeline bestimmt wurden. Im Buch werden Zeitungen der damaligen Kriegsgegner veröffentlicht, wo das Volks geradezu fatalistisch aufgehetzt wurde.

Das Vorwort zum Buch von Heinz Urban hat Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin geschrieben, ein Ur- Ur-Enkel von Ferdinand Graf Zeppelin. Der Inhalt: “Die deutschen Regierungen und alle Mitwirkenden haben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwei Weltkriege initiiert und damit auch zu verantworten. Auch mein Urgroßvater, Ferdinand Graf von Zeppelin, ist mit dem Einsatz der Kriegsluftschiffe mitverantwortlich an den Gräueln des Krieges”, schreibt Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin in einem bemerkenswerten Geleitwort. Und weiter: “Es ist ein großes Verdienst von Heinz Urban, dass er anschaulich die Geschichte der Kriegs-luftschiffe im Ersten Weltkrieg dokumentiert und anschaulich die Einsätze und die Schäden, die durch den Einsatz verursacht wurden präsentiert. Es sind nicht nur viele Marineluftschiffersoldaten auf deutscher Seite abgeschossen worden und gefallen, sondern auch große Schäden im Ausland verursacht worden. Die Luft-schiffe, die im Ersten Weltkrieg mit ihrer Bombenlast unsichtbar für die Bevölkerung über den Wolken bis oft tief ins Landesinnere vorgedrungen sind, führten insbesondere zu einer Traumatisierung der Bevölkerung, weil ja niemand sicher sein konnte, wann und wo die tödliche Bombenlast niedergeht. In England zum Beispiel gilt Graf Zeppelin noch heute bei vielen als der erste Luftterrorist der Welt”.

„Zeppeline der kaiserlichen Marine 1914-1918″ ist im Masuren Verlag-Zeppelin-Museum Meersburg erschienen -

ISBN-Nummer:978-3-00-022731-8                                                                                 „www.zeppelinmuseum.com

Bilder: Fritjof Schultz-Friese

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