Weltkulturerbe Reichenau für 45 Cent
30. November 2007 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, GESCHICHTE, INSEL REICHENAUAb Januar Briefmarke mit Bildnis der Bodensee- Klosterinsel
REICHENAU. fsf/ Keine 55 Cent Briefporto, sondern 45 Cent Postkarte ist der Deutschen Post AG, dem deutschen Bundesfinanzministerium, die Bodensee- Klosterinsel Reichenau wert, der im Jahr 2000 von der UNESCO der Titel Weltkulturerbe verliehen wurde. Ab 2. Januar gibt es bundesweit an den Postschaltern die Briefmarke „Insel Reichenau“ mit den drei mittelalterlichen Kirchen „Münster St. Maria und Markus“, „St. Peter und Paul“ und „St. Georg“ sowie im unteren Feld ein Buchstabe der Reichenauer Malschule und ein Christusbild aus dem Münster mit Datierung 1301.
Die Briefmarke hat der bekannte Grafiker Prof. Ernst Kößlinger aus dem bayerischen Planegg gezeichnet, der für die Deutsche Post bereits mehrere Marken gestaltet hat.
Für den Reichenauer Touristikchef Karl Wehrle grenzt die Reichenau- Briefmarke mit Ausgabe Januar 2008 an ein Wunder. Zweimal hat er in den letzten Jahren bei der deutschen Post AG eine Sonderbriefmarke beantragt, hier zur Restaurierung der weltbekannten mittelalterlichen acht großformatigen ottonischen Wandmalereien in der St. Georgs- Kirche aus dem Jahre 888, die die Wunder Christi zeigen sowie die hochkarätige UNESCO- Verleihung Weltkulturerbe an die Klosterinsel im Dezember 2000. Immer wieder bekam er einen Negativbescheid. Die Briefmarke „jetzt“ ist dem Touristiker unverständlich, „es gibt keinen Anlass“.
Wie auch ist die Reichenau- Briefmarke für Karl Wehrle eine weltweite TOP-Werbung, wobei die Marke am 3. Januar offiziell bei einem Festakt auf der Reichenau durch einen Ministerialdirektor vom Bundesfinanzministerium aus Berlin vorgestellt wird. Noch offen ist hierbei, ob die Post am Ausgabetag die „Reichenau- Briefmarke“ mit einem Sonderstempe l frankiert wird , wodurch sie gerade für Philatelisten zum Sammlerobjekt würde. Als möglichen Ersatz wird es auf jedem Fall eine Postkarte mit einem historischen Reichenau- Motiv für die 45 Cent -Marke geben. Für das Briefporto heißt: weiter kleben auf 55 Cent.
Dass die Briefmarken auf der 430 Hektar Klosterinsel Reichenau mit Postleitzahl „78479“ einen reißenden Absatz finden wird steht außer Fragen, werden doch im Jahr über 200.000 Übernachtungen gezählt … und dann gibt es noch einen bundesweiten Absatz.
Bild: (C) Fritjof Schultz – Friese
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