Welturaufführung Komposition „Welterste Kunstgrenze“
1. September 2010 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, GESCHICHTE, KONSTANZ, KREUZLINGEN, KUNST UND KULTUR, MUSIK, POLITIK, PROMIS, SCHWEIZ, TOURISMUSSchweizer Komponist Frédéric Bolli vertonte Lebenswerk von Johannes Dörflinger –
Musiker aus Deutschland, Bulgarien und Griechenland spielten bei Tarot- Stele
KONSTANZ. fsf / Zur Welturaufführung der Komposition „Welterste Kunstgrenze“ hatte der „Freundes- kreis Kunstgrenze“ eingeladen. Treff war bei der Tarot-Stele „Universum“. Es begrüßte der Ex- Chef- redakteur des Südkurier Werner Schwarzwälder und der Ex-Stadtammann von Kreuzlingen Josef Bieri. Es folgte die Event-Managerin Claudia Thom: „Die 22 Skulpturen der Kunstgrenze sind Figuren des Tarot und stellen die großen Arkana dar. Das Tarot hat seinen Ursprung in den frühren Triumpfzügen, die auf die Römer oder gar Ägypter zurückgehen. Seine Figuren repräsentieren die allzeit den Menschen bestimmenden Symbole und Mächte. Nach erfolgreicher Schlacht ließ man diese bildhaft auferstehen. Erst im 14. Jahrhundert entstand das erste Tarot- Kartendeck am Hofe des italienischen Herzogs Visconti“. Weiter führte sie aus, dass sich der Künstler der Kunstgrenze Johannes Dörflinger seit 1975 mit dem grafischen Zyklus des Tarot beschäftigte. Nach Fall des Grenz-Zaunes 2006 zwischen der deutschen Stadt Konstanz und der Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen wurde im Jahre 2007 auf der EU-Außengrenze die welterste Kunstgrenze, realisiert. Auf 280 Metern 22 acht Meter hohe Tarot- Stelen, die eine offene Grenze realisieren. Der bekannte Schweizer Dirigent und Kom- ponist Frédéric Bolli hat für drei Jahre Kunstgrenze eine Komposition in sechs Sätzen für Geige, Oboe und Bassklarinette geschrieben.
In den 80er Jahren fiel auf 800 Metern am Grenzbach zwischen der deutschen Stadt Konstanz und der Schweizer Nachbarstadt Kreuzlingen der Maschendrahtzaun. Symbolisch durchschnitten der Kons- tanzer OB Horst Frank und der Kreuzlinger Stadtammann Josef Bieri mit einer Drahtschere den Zaun, der seit dem 2. Weltkrieg die Städte trennte. In der Nazi-Zeit wurde hier die Flucht von Tausenden Juden und politischen Flüchtlingen vereitelt. Im August 2006 fiel der zweite Zaun auf Gelände „Klein Venedig“, wobei der Grenzzaun durch die Schweiz erst in den 70er Jahren nach Aufschüttung des Geländes gezogen wurde, ergo politisch nie eine Rolle gespielt hat. Zur Realisierung der Kunst- grenze auf der EU-Außengrenze Deutschland- Schweiz brauchte es aktenweise Genehmigungen von Berlin bis Bern. Aus der Schweiz gab es Einsprüche für eine offene Grenze anstatt Maschendrahtzaun. Es war Angst vor Asylanten und Kriminellen die illegal in die Schweiz einwandern könnten. Dann die mehrheitliche Abstimmung für die weltweit erste Kunstgrenze des Künstlers Johannes Dörflinger in den Gemeinderäten in Konstanz und Kreuzlingen. Die Kosten für die 22 Tarot- Stelen übernahm die „Johannes Dörflinger- Stiftung“ mit 650.000 Euro beziehungsweise ein Freund des Künstlers, der als Broker tätig ist. Im April 2007 wurde die welterste Kunstgrenze vom Universum, Gerechtigkeit, Liebe, Teufel, Wiedergeburt bis Magier, der in der Flachwasserzone im Bodensee steht, eingeweiht.
Zur Matinee, drei Jahre Kunstgrenze mit Welturaufführung der Komposition von Frédéric Bolli, hatte der „Freundeskreis Kunstgrenze“ eingeladen, der es sich zur Aufgabe gemacht die einzigartige Tarot- Grenze bekannt zu machen. In internationaler Besetzung spielten Menhuin Reinen (Konstanz) auf der Violine, Marin Tinev (Bulgarien) auf der Oboe und Merkurio Karalis (Griechenland) auf der Bass- klarinette sechs Sätze der Komposition „welterste Kunstgrenze“. An der Tarot- Stele Universum sprach die Event-Managerin Claudia Thom: „Das Universum – machtvoll und harmonisch – schwingend umgibt uns. Gegenläufige Kräfte, die gemeinsam ein ausbalanciertes Ganzes ergeben. Eine natürlich stehende Ordnung – in die sich Sonne und Mond einreihen. Formen die sich gegenseitig spiegeln – den Raum erfassen und entlassen- gemeinsame Umlaufbahnen bilden. Hinzu der Stern – dessen Offenheit, Klarheit und Hoffnung – die Sehnsucht der Menschen erfüllt. Lauschen wir seinen Strahlen“.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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