„Zukunftswerkstatt Sipplinger Steiluferlandschaft“ abgeschlossen
10. Juni 2009 | Von Fritjof Schultz-Friese | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, NATUR, PROMIS, TOURISMUSSielmann-Stiftung, Naturschutz-Fond und Gemeinde finanzieren einigartiges Naturschutzprojekt –
Nach Entbuschung zusätzlich sieben Hektar Weidefläche für Ziegen und Schafe

SIPPLINGEN .fsf / Das Projekt „Zukunftswerkstatt Sipplinger Steiluferlandschaft”, das in Süddeutschland mit Hanglage Bodensee zu den eindruckvollsten Kulturlandschaften gehört, ist abgeschlossen. Die „Heinz-Sielmann-Stiftung sowie Naturschutz- Fond Baden- Württemberg sowie die Gemeinde haben in zwei Jahren über 120.000 Euro in die Entbuschung zum Weideland für Ziegen und Schafe investiert. Seit dem Jahre 2005 engagiert sich die „Heinz-Sielmann-Stiftung”, benannt nach dem bekannten Natur- und Tierfilmer, mit „Biotopverbund- Bodensee”, wozu 100 Maßnahmen auf gut 350 Quadratkilometer gehören. Im Kuratorium der honorigen Stiftung ist der Fürst von Fürstenberg, Prinz Bernhard von Baden, Wilderich Graf von und zu Bodman sowie die Voith-Tochter Dr. Cornelia Hahn, die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek, der Künstler Bruno Epple sowie die Landräte aus Konstanz Frank Hämmerle und Lothar Wölfle aus Friedrichshafen sowie Kommunalpolitiker und Landschaftsplaner. Den Vorsitz hat Inge Sielmann, die Gattin des verstorbenen Stiftungsgründers Heinz Sielmann.
Seit dem Jahr 2005 engagiert sich die „Heinz-Sielmann-Stiftung” am Bodensee. Bis 2010 wird sie in 90 Projekte über 1,5 Millionen Euro investiert haben. Der „Sielmann-Weiher” im Billafinger- Tal gilt hierbei als Vorzeigeobjekt. Aus einer Wiese, vor Jahrzehnten ein verzweigtes Biotop, dann zugeschüttet für mehr Agrarfläche, wurde durch Ausbaggerung wieder ein lebendiger Biotop mit einer Wasserfläche von 1,3 Hektar. Ein Jahr später gab es bereits die ersten Bruterfolge bei den Schwarzkehlchen und der Kolbenente. Für die Zugvögel ist der Weiher mit Fröschen und Fischen sowie Insekten zum Rastplatz geworden. An die 100 verschiedene Pflanzenarten, wie die rote Lichtnelke und die Wollkratzdistel, finden hier jetzt ihr Wachstum Der Weiher steht mit drei anderen Biotopen in Verbindung, so dass die Amphibien wandern können. Der „Sielmann-Weiher” trägt wesentlich zur Klimaverbesserung bei, wobei er durch Tiere und Fauna zum Naherholungsgebiet geworden ist.

Die Gemeinde Sipplingen, ausgezeichnet als schönstes Dorf am Bodensee, hat bei 2.200 Einwohnern an die 50.000 Übernachtungen jährlich. Von 427 Hektar sind 200 Hektar Grünflächen, Weiden oder Wald. 80 Prozent der Sipplinger Gemarkung steht unter Natur- und Landschaftsschutz. Um eine Verbuschung vorzubeugen wurden 30 Hektar Weideflächen für Schafe und Ziegen ausgewiesen. Neu dazugekommen sind durch das Projekt „Zukunftswerkstatt Sipplinger Steilwand” weitere sieben Hektar, wovon 2,5 Hektar entbuscht sowie mit 2,6 Kilometer Zaun für die Tierhaltung einge-zäunt wurden. Die Steilwand zeichnet sich durch 180 gefährdete Pflanzenarten, darunter zahlreiche Orchideen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Wildbienen sowie Vögel, die akut vom Aussterben bedroht sind, aus.
Bilder: Fritjof Schultz-Friese
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