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Zum 5. Mal verlegt Kölner Künstler Demnig am 14.Juli in Konstanz Stolpersteine für Nazi-Opfer

7. Juli 2010 | Von | Kategorie: ALLGEMEIN, BOULEVARD, EVENT, GESCHICHTE, KONSTANZ, SOZIALES

Auf 24 Steinen Namen jüdischer- politischer sowie Euthanasie-Opfer – Angehörige der Familien sowie Paten werden anwesend sein – Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“


KONSTANZ. red./ Am 14. Juli werden bereits zum 5. Mal in Konstanz Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus durch den Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Es wird dabei insgesamt 24 jüdischen, politischen und Opfern der Euthanasie und der Zeugen Jehovas gedacht. Bei jeder Verlegestelle werden Angehörige oder Paten den Opfern mit einer Ansprache gedenken. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen. Es werden Angehörige der Familien Okle, Renner, Weill, Adler, Heim, Liebermann, Schwarzhaupt und Eichler zur Verlegung aus den USA; Schweiz und Deutschland anreisen und an der Verlegung teilnehmen und auch einige Opfer selber (Familie Heim und Schwarzhaupt), die durch Flucht dem Tod entrinnen konnten. Sie werden um 10.00 Uhr von der Stadt Konstanz empfangen und anschließend bei der Verlegung anwesend sein.

Um 11 Uhr verlegt Gunter Demnig den ersten von 24 neuen Stolpersteinen im Freibürgleweg 5 für Johann Okle, der als Mitglied des Freien Arbeiter-, Turn- und Sportvereins (ATSB) und der KPD wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 2 Jahren und 6 Monaten Zuchthaus in Ludwigsburg und Zweibrücken verurteilt wurde. Vom Juli 1942 bis Mai 1945 war er im KZ Dachau. Insgesamt werden an 11 Stellen im Stadtgebiet neue Stolpersteine verlegt.

Ab 19.30 Uhr findet im Astoriasaal im Kulturzentrum am Münster in einem öffentlichen Festakt die Übergabe der Steine an die Stadt Konstanz statt. Um 20.00 Uhr wird ebenfalls im Astoriasaal die Zeitzeugin Margot Heim über Ihre Flucht aus Konstanz und das Schicksal ihrer Familie berichten.

Bitte um Spende

Auf Grund der Unterstützung durch die Stadt Konstanz ist es uns möglich allen Angehörigen und Opfern, die an der Steinverlegung teilnehmen die kompletten Hotelkosten sowie einen Beitrag zu den Reisekosten zu erstatten. Darüber sind wir sehr froh! Ruth Schwarzhaupt ist eine überlebende Konstanzerin, deren Eltern und weitere Verwandte in den Lagern Südfrankreichs, bzw. in Auschwitz ermordet worden sind und die selber als Kind in der Schweiz überlebte. Sie möchte zusammen mit ihren Neffen anreisen, die die ältere Dame auf dieser schweren Reise begleiten und selber der Verlegung der Stolpersteine für ihre Eltern und Großeltern beiwohnen möchten. Für Familie Schwarzhaupt ist es nicht möglich die Reisekosten zu finanzieren und auch unsere Mittel geben leider nicht soviel her, dass wir diese komplett übernehmen können. Deswegen bitten wir darum mit einer Spende Familie Schwarzhaupt die Anreise zu ermöglichen. Konkret benötigen wir derzeit hierfür noch rund 1.500 EUR. Einige Spender haben sich erfreulicherweise bereits gefunden.

Spendenkonto Stolpersteine 24 21 61 29, Sparkasse Bodensee BLZ 690 500 01


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